Krebs: Was sind die Risiken?

Immer wieder tauchen neue Schreckensmeldungen darüber auf, was alles ungesund, schädlich oder sogar krebserregend sein soll. Hier wollen wir uns allerdings den Punkten widmen, die erwiesen sind und zu den häufigsten Krebsrisiken gehören. Es gibt viele Faktoren, die dazu beitragen können, dass Krebs entsteht. Manchmal ist der Krebs genetisch bedingt; viel öfter allerdings spielen Faktoren wie der Lebensstil - das heißt zum Beispiel die Ernährung, andere Laster wie Rauchen oder Alkoholgenuss sowie Bewegungsmangel – eine entscheidende Rolle.

Im Folgenden werden einzelne dieser Stichpunkte näher beleuchtet:

Alkohol

alkoholWenn man häufig und viel Alkohol konsumiert, so erhöht dies das Risiko für bestimmte Krebsarten. Wobei es sich beim Alkohol selbst um keinen krebserregenden Stoff handelt. Dafür allerdings trägt er zur Bildung von Acetaldehyd und freien Radikalen bei. Freie Radikale können die Zellhüllen beschädigen, wodurch die krebserregenden Stoffe leichter in den Körper eindringen können. Darüber hinaus kann Alkohol auch die Entstehung krebserregender Stoffe begünstigen, denn Rachen-, Kehlkopf- Mund-, und Speiseröhrenkrebs kann durch regelmäßigen Alkoholgenuss – insbesondere der von Schnäpsen oder auch in Kombination mit dem Rauchen von Zigaretten – entsehen und sogar gefördert werden. Des weiteren gibt es Zusammenhänge zwischen Alkohol und Darm-, Leber-, Brust- und Lungentumoren.

Rauchen

rauchenLaut Statistischem Bundesamt sind in Deutschland 22 Prozent der Frauen und 36 Prozent der Männer ab 15 Jahren Raucher. Das Inhalieren des Tabakrauchs dabei die Hauptursache für etwa 80 bis 90 Prozent der chronischen Atemwegserkrankungen, 85 bis 90 Prozent der Lungentumore und über ein Drittel aller koronaren Herzerkrankungen. Es gibt eindeutige Zusammenhänge zwischen dem Rauchen von Zigaretten und der Entstehung von Kehlkopf-, Lippen-, Zungen-, Speicheldrüsen-, Mundhöhlen-, Rachen, Speiseröhren, Bauchspeicheldrüsen-, Blasen, Nieren-, Magen und Gebärmutterhalstumoren. Überdies erkranken Raucher häufiger an Leukämie.

Chemikalien

chemikalienAuch mutagene, das heißt genverändernde Chemikalien wie beispielsweise 3,4 Benzpyren, Aflatoxine und freie Radikale können die Entstehung von Krebs begünstigen. 3,4 Benzpyren kommt im Teer und auch im Zigarettenrauch vor und ist stark krebserregend. 1,2-Benzpyren wird dagegen als ungefährlich eingestuft, obwohl es sich hierbei um eine chemisch sehr ähnliche Substanz handelt.

Bei den Aflatoxinen handelt es sich um ein natürlich vorkommendes, weit verbreitetes Pilzgift, wie es unter anderem beim Schimmelpilz vor kommt. Diese Schimmelpilzgifte tauchen vor allem in Nüssen (Pistazien, Paranüsse, Mandeln, Haselnüsse und Erdnüsse) und Gewürzen (Pfeffer, Muskatnuss, Paprikapulver) auf, aber auch Milch kann Aflatoxin enthalten, wenn das Futter der milchproduzierenden Tiere verschimmelt ist. So können Aflatoxine relativ einfach auch in unser Essen gelangen. Bei Menschen kann die Entstehung von Krebs durch Aflatoxine begünstigt werden. Die Nieren und Leber können geschädigt werden, das Immunsystem beeinträchtigt oder Durchfall und Erbrechen verursacht werden. Da sich die Gifte nicht mit bloßem Auge erkennen lassen, gibt es auch keine Garantie für schimmelpilzfreie Lebensmittel. Auch Hitze kann die Gifte nur zu einem kleinen Teil vernichten. Freie Radikale dagegen sind chemische, sehr reaktionsfreudige Moleküle, durch die die Körperzellen und Gefäße geschädigt werden können. Durch diese Zellschäden kann auch das Entstehen von Krebs begünstigt werden. Freie Radikale können auch durch äußere Einflüsse wie zum Beispiel UV-Strahlung oder Röntgenstrahlung entstehen. Tomaten beispielsweise sagt man nach, dass sie freie Radikale dank Cartinoiden abfangen können.

Da Krebsauslöser (Initiatoren) irreversible (nicht umkehrbare) Veränderungen an der DNA bewirken, kann die einmalige Einwirkung der krebsauslösenden Chemikalie ausreichen, damit ein Mensch nach einer langen Latenzperiode an Krebs erkrankt – dazu muss allerdings ein weiterer Krebs fördernder Faktor hinzu kommen.

Strahlungen

strahlungIonisierende Strahlung wie zum Beispiel radioaktive Strahlung, ultraviolettes Licht oder auch Röntgenstrahlen kann eine wesentliche Ursache für die Enstehung des Krebs sein,
da die Strahlung DNA-Veränderungen wie Chromosomenbrüche und Transpositionen auslöst. Wie bei den Chemikalien auch tritt der Krebs erst nach einer Latenzperiode von einigen Jahren auf, indem weitere Faktoren hinzu kommen. Die Strahlenbelastung aufgrund von medizinischen Untersuchungen ist laut dem deutschen Bundesamtes für Strahlenschutz in Deutschland höher als im restlichen Europa; die Hälfte aller Röntgenuntersuchungen gilt als überflüssig.

Viren und Bakterien

bakterienIn der Tierwelt verursachen Viren viele Krebserkrankungen – beim Menschen kann beispielsweise das Hepatitisvirus Hepatoblastome verursachen und Papillomaviren Gebärmutterhalskrebs sowie Mund- und Rachenkrebs. Bei den meisten Viren, die beim Menschen Krebs erzeugen, handelt es sich um so genannte DNA-Viren. Allerdings können auch AIDS-Viren, Epstein-Barr-Viren (EBV), Hepatitis B und C Viren die Entstehung von Krebs begünstigen.

Immunsystem

immunsystemDa das Immunsystem einige, aber keineswegs alle Arten von bösartigen Zellen erkennt, regt es im Fall einer Immunreaktion die Bildung von Fresszellen an, um die Krebszellen zu zerstören. Wenn das Immunsystem allerdings aufgrund einer Krankheit oder einer anderen Schädigung geschwächt ist, kann diese Abwehr nicht mehr richtig funktionieren und der Krebs kann sich besser verbreiten.

Ernährung und Umwelteinflüsse

ernährungDie meisten aller Krebserkrankungen (etwa 80%) entstehen durch Umwelteinflüsse. Dabei wurde der Aspekt des Passivrauchens und auch der des aktiven Rauchens unter allen umweltbedingten Ursachen bislang am besten erforscht. Durch den Tabakrauch werden rund 30 Prozent aller Krebstodesfälle verursacht. Bei den ernährungsbedingten Ursachen ist dieser Zusammenhang nicht so gut erkennbar, da verantwortliche Nahrungsbestandteile noch nicht genau bestimmt werden konnten. Man geht aber davon aus, dass diese eventuell für rund 40 Prozent der Todesfälle verantwortlich sind. Auch die Fettleibigkeit und Übergewicht im Allgemeinen sind Risikofaktoren für zahlreiche Krebserkrankungen wie beispielsweise Brust-, Gebärmutter- und Prostatakrebs. Fettleibigkeit und ebenso eine zu fetthaltige Ernährung wird darüber hinaus mit der Entstehung von Dickdarmkrebs in Zusammenhang gebracht. Man sagt diesen beiden Faktoren eine ebenso krebsfördernde Wirkung wie dem Alkohol nach.

Psyche

psycheObwohl es für den möglichen Zusammenhang zwischen Psyche und Krebserkrankungen keine wirklichen Beweise gibt vermutet man, dass diese beiden dennoch eng miteinander verknüpft sind. So haben selbst Ärzte nicht selten den Eindruck, als würden die eher ängstlichen und depressiven Menschen häufiger an Krebs erkranken, als Frohnaturen. Jedoch lässt sich auch dieser „Eindruck“ nicht belegen, denn die Menschen, die an Krebs erkranken unterscheiden sich in ihren Persönlichkeitsmerkmalen nicht von anderen Menschen, sie verhalten sich genau so wie andere Menschen.

Auch wird oft vermutet, dass Stress ein Auslöser für Krebserkrankungen sein kann. Zugegeben, abwegig ist dieser Gedanke nicht, denn das Immunsystem steht in enger Wechselwirkung mit den Körperhormonen. Bei Stress kommt es zum Beispiel zur vermehrten Ausschüttung von bestimmten Stoffen, wie beispielsweise Kortison und Adrenalin. Stress muß jedoch nicht immer zwangsläufig negativ sein, denn es gibt auch "positiven" Stress, der Kräfte mobilisieren kann, die auch der Krankheitsabwehr dienen können. Obwohl diese Zusammenhänge bereits oft wissenschaftlich untersucht worden sind, konnte man bislang keinen Zusammenhang erkennen.

Erbliche Faktoren

dnaManche Krebsarten können sich familiär häufen, insbesondere der Prostata-, Darm- und Brustkrebs. Grundsätzlich kann jedoch für viele Krebsarten eine genetische Veranlagung bestehen. So entsteht Dickdarmkrebs häufiger in den Familien, in denen es eine Neigung zur Bildung von Dickdarmpolypen gibt. In der überwiegenden Anzahl der Fälle kann man das Zusammenwirken zweier Gene (APC und c-MYC) als Ursache von Dickdarmkrebs ausmachen.
Allerdings kann auch das fehlen eines Gens oder Erbschäden eine Ursache von Krebs sein.